Thomas Mauch, geboren 1937, ist Kameramann, Regisseur und Produzent. 1962 brachte Edgar Reitz ihn als Kameradozent an die neugegründete Filmabteilung der Hochschule für Gestaltung in Ulm, die Reitz mit Alexander Kluge leitete. Damit begann eine langjährige Zusammenarbeit. Thomas Mauchs Kameraarbeit hat wesentlich Aussehen und Erfolg des Neuen deutschen Films geprägt. In den letzten 50 Jahren arbeitete er mit Regisseuren wie Edgar Reitz, Alexander Kluge, Werner Herzog und Werner Schroeter zusammen. Er führte die Kamera für eine Generation von Regisseurinnen, die in den 1970er und 1980er Jahren eine neuartige und ganz eigene Perspektive aufs Leben filmisch umsetzten, neben Ula Stöckl (NEUN LEBEN HAT DIE KATZE, 1968) auch Helma Sanders-Brahms (UNTER DEM PFLASTER IST DER STRAND, 1974/1975), Pia Frankenberg (NICHT NICHTS OHNE DICH, 1985) und später Jutta Brückner (HITLERKANTATE, 2005). Viele der von Mauch fotografierten Filme gewannen internationale Preise, er selbst erhielt Bundesfilmpreise für seine Kameraarbeit an AGUIRRE, DER ZORN GOTTES (1972) von Werner Herzog, REGNO DI NAPOLI (NEAPOLITANISCHE GESCHWISTER, 1978) von Werner Schroeter und WALLERS LETZTER GANG (1988) von Christian Wagner. 1977 erhielt er für AGUIRRE, DER ZORN GOTTES (1972) den amerikanischen Annual Award der National Society of Film Critics: Best Cinematographer. Als Produzent erhielt er für PALERMO ODER WOLFSBURG (1979/1980) von Werner Schroeter 1980 den goldenen Bären der Berlinale für den besten Film. Bislang umfasst seine Filmografie über 70 abendfüllende Filme sowie zahlreiche Kurzfilme und Fernsehprojekte.

Neben eigenen Kurzfilmen drehte er als Regisseur für das kleine Fernsehspiel im ZDF mehrere Spielfilme, zum Beispiel DIE ACHSE (1985) und TOD EINES VATERS (1978) mit Marianne Hoppe in der Hauptrolle. Zu Ehren des 80. Geburtstages von Thomas Mauch wurden 2017 drei Werkschauen gezeigt. In Berlin in Zusammenarbeit mit der deutschen Kinemathek und dem Arsenalkino, dem Berliner Bundesplatzkino und dem Münchner Filmmuseum.

ImMärz 2019 erhielt er für sein Lebenswerk den Marburger Kamerapreis.

Photo: ©Bärbel_Freund

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